DIY Ambilight für den PC-Monitor bauen

Ihr kennt sicher Ambilight. So nennt sich eine Funktion von Philips-Fernsehgeräten, bei denen sich an der Rückseite des Geräts LEDs befinden, die die Wand hinter dem TV beleuchten. Die Farbe der LEDs passt sich dabei dem Bild an, das der Fernseher gerade anzeigt. So entsteht ein schöner optischer Effekt. Ich hatte zuerst überlegt, ein DIY Ambilight für unseren Fernseher zu bauen, das ist aber relativ teuer, weil es relativ aufwändig ist, das Bildsignal aus dem HDMI-Ausgang zu verarbeiten. Viel leichter geht das am PC – weshalb ich dir zeigen will, wie ich mein DIY Ambilight für den PC-Monitor gebaut habe.

Das brauchst du:

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DIY Ambilight Material
Material für das DIY Ambilight: Arduino Uno, USB-Verlängerungskabel (2M), USB-Kabel, LED-Strip

1) LED-Strip kürzen

Zunächst muss der LED-Strip zugeschnitten werden. Dazu habe ich den Streifen an die vier Seiten meines Monitors gehalten und gezählt, wie viele LEDs ich pro Seite anbringen kann. Bei meinem 24″ Monitor sind das 16 oben, 9 links und rechts und 10 unten, da dort der Fuß im Weg ist. Das macht zusammen 44 Stück. Der LED-Streifen muss nun gekürzt werden. Das mache ich, indem ich den Streifen mit einer Schere nach 44 LEDS an den Kontakten durchtrenne (siehe Bild).

Bruchstelle des LED-Streifens

Anschließend habe ich den Streifen mit doppelseitigem Klebeband hinten an meinen Monitor geklebt und an einigen Stellen mit Tesa nachgeholfen. Wer es ganz genau machen möchte, kann den Streifen auch in einzelne Teile für jede Seite aufteilen und die Kontakte mit Kabeln zusammen löten. Dann kann man jeden Streifen aufkleben, ohne dass er sich an den Ecken verdreht. Das war mir aber zu aufwändig.

LED Streifen am Monitor befestigt

2) Kabel verbinden

Bei mir hat der LED-Streifen zwei verschiedene Anschlüsse. Einen Stecker mit drei Adern, der für die Steuerung der einzelnen LEDs gedacht ist und zwei Adern für einen 5V Stromanschluss. Die zwei Adern (bei mir rot und weiß) müssen direkt mit dem gekauften Netzteil verbunden werden. Die rote Ader ist mit dem 5V+-Kontakt des LED-Streifens verbunden und muss folglich in den Plus-Pol des Netzteils. Die weiße Ader ist mit dem GND-Kontakt verbunden und muss in den Minus-Pol des Netzteils. Achte darauf, dass du die beiden Kabel nicht vertauschst und kontrolliere, ob die Farben bei dir genauso verbunden sind, wie bei mir. (Hinweis aus den Kommentaren: Optional können sie auch mit den 5V- und GND-Anschlüssen des Arduino verbunden werden. Ob der Arduino hier genug Saft liefert, hängt davon ab, wie viele LEDs verwendet werden und ob der Arduino per Netzteil mit Strom versorgt wird. Bei meiner Konfiguration war das zusätzliche Netzteil nicht nötig und die Stromversorgung über das USB-Kabel ist ausreichend).

Den Stecker mit den drei Adern schneide ich ab, hier brauchen wir nur die Kabel, die mit GND und  DO/DIM verbunden sind. Diese abisolieren und mit den GPIO-Kabeln verlöten. Der GPIO-Stecker des GND-Anschluss muss am Arduino in die GND-Buchse, das andere Kabel in den PIN 6 des Arduinos gesteckt werden.

Den Arduino habe ich hinten mit Tesa höchst professionell an meinen Monitor geklebt und mit dem USB-Kabel mit meinem PC verbunden.

Arduino Uno zur Steuerung des Ambilights

3) Arduino programmieren

Um die Lichter zum Leuchten zu bringen, benötigt man mehrere Programme. Zum einen muss der Arduino zum LED-Controller gemacht werden. Dazu muss man sich zunächst die Arduino IDE herunterladen. Mit diesem Programm kann der Arduino programmiert werden. Die eigentliche LED-Controller-Software heißt FastLED. Einfach hier auf „Source code“ klicken, entpacken und imt Ordner „libraries“ der Arduino IDE speichern. Der Ordner befindet sich unter Windows unter Dokumente -> Arduino.

Als nächstes brauchen wir Prismatik. Einfach das passende Setup herunterladen und installieren.

Zuletzt brauchen wir Adalight. Das lässt sich mit einem Klick auf „Clone or download“  -> „Download ZIP“ herunterladen. Diese Datei muss mit der Arduino IDE geöffnet werden. Der Code muss nur an einer Stelle bearbeitet werden. Am Anfang der Datei steht „#define NUM_LEDS 240″. Statt 240 tragen wir hier die Anzahl der LEDs ein, bei mir also 44.

Nun muss über Werkzeuge -> Port der korrekte Port ausgewählt werden, bei mir COM3. Hinter dem richtigen Eintrag steht „(Arduino/Genuino Uno)“. Nun auf „Hochladen“ klicken, sodass das Programm auf den Arduino geladen wird. Dann sollte der LED-Streifen dreimal in verschiedenen Farben blinken.

4) Prismatik einrichten

Nun muss Prismatik gestartet und der Einrichtungs-Wizard absolviert werden. Hier die einzelnen Schritte mit den Einstellungen, die ich gewählt habe.

Prismatik Installation Schritt 1

Einfach auf „Next“.

Prismatik Installation Schritt 2

Hier den gleichen Anschluss wie in Arduino IDE auswählen und die Baud-Rate anpassen auf 115200.

Prismatik Installation Schritt 3

Wer mehrere Monitore hat, muss hier den Monitor wählen, der genutzt werden soll.

Prismatik Installation Schritt 4

Hier auf das Plus klicken und ein neues Profil anlegen.

Prismatik Installation Schritt 5

Nun müssen den LEDs einzelne Bildschirmbereiche zugewiesen werden, dessen Farbe sie später annehmen. Es gibt drei vordefinierte Profile. Ich habe jedoch die LEDs an den vier Monitorseiten gezählt, die Werte bei „Top“, „Sides“ und „Bottom“ eingetragen und auf „Custom“ geklickt. Mit „Thickness“ kann man die Breite der Bereiche anpassen, mit „Stand width“ die Größe des Standfußes. Diese Werte musst du an deinen Monitor und deinen LED-Streifen anpassen. Dann auf „Next“ und fertig ist das DIY Ambilight!

5) Ambilight genießen

Und so sieht das bei mir im Dunkeln aus:

DIY Ambilight

Prismatik hat viele Einstellungsmöglichkeiten, mit denen du einfach ein bisschen herumspielen kannst. Damit kann man die allgemeine Helligkeit des Ambilights, die Geschwindigkeit, mit der die Farben aktualisiert werden oder eine Farbkorrektur umsetzen.

Aus dem restlichen Stück LED-Streifen kann man übrigens wunderbar einen WLAN-fähigen LED-Strip machen, den man mit Home Assistant steuern kann.

29 Gedanken zu „DIY Ambilight für den PC-Monitor bauen

  1. wollt das ganze mal mit einem nano nachbauen…. hab alles gleich eingestellt wie bei dir, Datenleitung in Datenrichtung und auf D6, GND mit dem Netzteil verbunden und den Code hochgeladen. Das einstellen im Prismatik: Com richtig und datenrate richtig. beim start des Mikrokontroller blinken die Farben RGB und dann leuchtet nichts mehr. Nach dem Custom setup kann man RGB-anteile einstellen da leuchtet dann alles wie es soll nach abschluss des setups leuchtet nichts mehr … und beim ein und ausschalten von Prismatik keine änderung…
    Vielleicht kannst du mir bei dem Problem helfen .. Danke!

    1. Sehr eigenartig. Wenn die Streifen beim Start in den RGB-Farben leuchten, sollte es eigentlich funktionieren. Prismatik ist eingeschaltet nehme ich an, in der System Tray ist also nicht der Mond, sondern die Sonne als Symbol zu sehen? Unter Profiles ist das richtige Profil gewählt? In den Einstellungen unter „Mode“ ist „Screen grabbing“ gewählt?

  2. hi jonas!
    nein finde es auch eigenartig hab jetzt mal ambibox ausprobiert. das funktioniert ohne probleme prismatik jedoch nicht trotz allen (richtigen) einstellungen … naja danke jedenfalls

    1. Hi Dirk,
      Bei mir gibt es zwei grüne Kabel am LED-Streifen, die mit GND und Pin 6 am Arduino verbunden werden müssen. Siehe zweiter Absatz im Abschnitt 2. Auf dem Foto sind die weiß und schwarz, weil ich sie mit den GPIO-Kabeln verbunden habe.
      Hilft das?

      1. Hi Jonas,

        ja das hilft. Hatte gestern falsch durchgeklingelt bei der Datenleitung. War erst erschrocken das nix gepiept hat. 😀
        Hast Du beide Enden des LED Streifens mit dem Arduino verbunden? Normal reicht doch eines oder? Material ist mittlerweile alles eingetrudelt, werde mich am WE hinstzen und basteln. 😉 Bisher sind nur RGB Stripes verbaut die per Fernbedienung zu steuern sind. Hatte überlegt ob man da nicht was per PC regeln kann. Gesucht und gesucht, diverse Anleitungen gefunden aber deine scheint mir am besten zu sein. Wenn da alles klappt gehts dem TV an den Kragen. 😉
        Danke schon mal für deine Hilfe und prompte Antwort. 😉

        MfG

        Dirk

      2. Hallo erstmal danke für diese DIY Anleitung. Habe diesen Blog gefunden und möchte dies gerne nachbauen. Leider versteh ich aber trotz Ihrer Antwort nicht so recht wie Sie welche Kabel des gecutteten Steckers an die weiß und schwarzen GPIO-Kabel gelötet haben. Auf dem von Ihnen gemachten Bild des LED Streifen ist der Stecker mit braun, grün, weiß belegt. Ich gehe hier von braun(GND), grün, weiß(DO/DIM )aus. Korrekt? wie haben Sie also die Stecker belegt ? Über eine Information dazu wäre ich dankbar. MFG.

        1. Hi Rene! Bei mir sind die Farben anders, ich verwende jetzt einfach nur die Bezeichnungen.
          GND am LED-Streifen muss an GND am Arduino.
          DO/DIM am LED-Streifen muss an PIN 6 am Arduino.
          5V am LED-Streifen muss entweder an den 5V-Kontakt des Netztkabels oder an den 5V-PIN des Arduino.

          Alles klar?

          1. Hallo Jonas, ich hatte mir auch nochmal die Bilder für den LED-Strip auf Amazon angesehen und hab vorher in deinem Blog auch überlesen das die Strom führenden Leitung für den externen Stecker mit denen verbunden sind die auf dem 5v und GND sind. Was dann ja aber Sinn ergibt wenn man die Energie über den z.b. Arduino ziehen will das man hier einfach nur die 3 Leitungen nutzt und die externen dann rauslässt. Deine Erläuterung grade hatte mich dazu auch nochmal bestätigt und soweit ist dann auch alles klar. Die Sachen sind bestellt und ich freu mich schon auf die Umsetzung. Danke für deine rasche Antwort und den Artikel/Blog hier. Beste Grüße aus dem Norden.

  3. Der LED-Strip soll mit einer separaten Stromversorung angeschlossen werden, könnte ich den 5V Pin des Strips aber nicht auch an den 5V-Power Pin des Arduino setzen und den Arduino selbst dann mit einem Netzteil versorgen? Würde eine saubere Verkabelung ergeben…

    MfG Bastian

    1. Das funktioniert einwandfrei, sogar ohne Netzteil für den Arduino. Der kriegt anscheinend über USB genügend Saft. Hängt sicher auch von der Anzahl der LEDs ab, die man nutzen will. Bei meinem Setup funktionierts aber so! Danke für den Tipp!

  4. Hey,

    Funktioniert das ganze auch für 3 Monitore? Sprich das ich für jeden Monitor dann das ganze seperat aufbaue? Bekommt die Software das hin?

    Vielen Dank und ein super Projekt

    1. Mehrer Monitore müssen mit AMD Eyefinity oder NVIDIA Surround (je nach Grafikkarte) zu einer Anzeige zusammengefasst werden, dann funktioniert das ganz normal mit Prismatik, soweit ich weiß. Ich selbst habe das Ambilight aber bei auf meinem Primärmonitor im Einsatz. Viel Spaß beim Umsetzen! Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen, wenn du es mit drei Monitoren hinbekommen hast, das sieht bestimmt mega cool aus.
      Hier hat das jemand umgesetzt: https://www.youtube.com/watch?v=I5wP0n-vhi4

  5. Hey,

    Vielen Dank für die schnelle Antwort 🙂
    Ja das mit dem Surround hab ich auch schon gesehen aber würde gerne jeden Monitor einzeln ansteuern 😀

    1. Ich habe das gerade nochmal mit Prismatik ausprobiert. Man kann die LED-Zonen im letzten Schritt des Wizards (siehe letztes Bild von Punkt 4) manuell auf einen anderen Monitor ziehen, das geht dann auch bei drei Monitoren 🙂

  6. Da Prismatik bei mir irgendwie zicken gemacht hat und immer nur kurz ging und sich der Strip dann mit einem rot-grün-blauen Blinken wieder verabschiedet hat, nutze ich das Ganze nun mit „Bambilight“. Mit dem funktioniert es komischerweise super, hmm..
    Danke für die Anleitung 😉

  7. Ich hab das problem das bei mir, sobald ich das kabel am 5v+ board anschjließe nichts mehr geht.
    ich hab 90 leds an meinem 27″
    jemand ne idee
    ?

    1. 90 LEDs sind vielleicht zu viel, um den Strom über den Arduino zu ziehen. Kannst du es mal mit weniger LEDs oder mit externer Stromquelle testen?

  8. Vielen Dank für die Anletung.
    Habe das ganze mit 60 LED + Netzteil nachgebaut und es funktioniert wunderbar!!!
    Allerdings habe ich die Ecken gelötet und nicht mit so viel Tesafilm gearbeitet ;P
    Hatte vorher Hue Play und der Eigenbau ist um einiges Besser.

    Gruß

    1. Freut mich sehr, dass dir das Ambilight so gut gefällt! Die Ecken zu löten ist definitiv die sauberere Variante. Hue Play ist doppelt so teuer und hat eine wesentlich geringere Auflösung. Kann mir gut vorstellen, dass es mit den 60 LEDs jetzt besser aussieht. Viele Spaß damit!

  9. Servus zusammen,

    Habe das ganze heute Mal am TV angebracht (49 Zoll). Alles leuchtet und die Konfiguration hat auch gut geklappt. Nur ein Problem. Ich habe 60 LEDs/m was bei 3 Metern 180 LEDs macht. Leider ist nun die Reaktionsgeschwindigkeit sehr langsam. Die Farben hängen bei schnellen Bewegungen am TV bis zu 3 Sekunden nach. Stelle ich das ganze auf 90 LEDs (also es leuchten nur 2 Seiten) läuft es wirklich beeindruckend. Jemand einen Tipp ?

    Gruß

    Felix

  10. Hi,

    danke für die super Anleitung. Funktioniert soweit alles ganz gut. Ich habe allerdings das Problem, dass die LEDs nach ein paar Sekunden oder Minuten (kein System erkennbar) stehen bleiben bzw. nicht mehr aktualisieren oder nur noch ein Teil davon. Die ersten 3 oder 20, ganz unterschiedlich. Hast du eine Idee woher das kommt bzw. hatte jemand auch schon so ein Verhalten? Leider tritt das Problem auch am TV mit Hyperion auf (andere LEDs aber von der gleichen Rolle).

    Bitte um Hilfe :-$

    1. Klingt für mich nicht nach einem Problem mit den LEDs, eher mit der Steuerung. Also dass der Controller (Arduino) defekt ist / zu heiß wird / zu wenig Strom kriegt (wie viele LEDs?) / spinnt. Du könntest dir in Arduino IDE mal den seriellen Plotter öffnen und versuchen, was zu loggen, um zu schauen, ob der Code noch ausgeführt wird, wenn die LEDs „stehen bleiben“. Sonst wüsste ich auch nichts, sorry :-/

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